Verarbeitende Industrie

Bis zu 50.000 t und damit regelmäßig um 30 % des Ernteaufkommens wird als Industrieobst vermarktet. Die Ware wird bei den Stationen der Elbe-Obst als Industrieobst angeliefert oder fällt bei der Aufbereitung von Tafelobst an. Der Transport erfolgt mit eigenem Fuhrpark oder durch Speditionen.

Ein wesentlicher Bereich ist die Belieferung von Mostereien mit Mostobst zur Herstellung von z.B. Konzentrat, natürtrübem Direktsaft oder klarem Saft. Der im Anbaugebiet vorherrschende höhere Säuregehalt der Früchte ist ein wesentlicher Nachfragefaktor der Mostereien. Zur Herstellung von Apfelmus werden Musfabriken vorwiegend mit hellschaliger Ware beliefert. So erlangten aufgrund des hellen Fruchtfleisches und der hellen Deckfarbenausprägung die Altländer Lokalsorten Horneburger, Ingol und Finkenwerder Herbstprinz bundesweite Bedeutung. Stark nachgefragt wird auch schwach ausgefärbter Jonagold.

Daneben werden Schälbetriebe beliefert. Die im Anbaugebiet an der Niederelbe durch das eher rauhe maritime Klima vorherrschende Festigkeit der Früchte fördert die Schälbarkeit. Als Schäläpfel eignen sich aus maschinellen Gründen vor allem rundförmige Obstsorten zwischen 65 und 90 cm Durchmesser, die im Anbaugebiet in hoher Anzahl anfallen. Ebenso kann Elbe-Obst durch eine Kooperation mit einem regionalen Schälbetrieb bereits geschältes Obst liefern.

Es werden außerdem Brennereien beliefert, die das Obst zur Gewinnung von alkoholischen Getränken wie z.B. Apfelbrand, Obstler usw. verwerten. Sowohl Mostereien als auch Musfabriken und Brennereien wünschen in Abhängigkeit des Endproduktes z.T. sortenreine Ware. Dabei besteht die Lieferung aus nur einer Apfelsorte.